Externe Ressourcen

Hier finden sich Positionspapiere und Materialien, die nicht von der Akademie für Soziologie stammen. Als Fachvereinigung der analytisch-empirischen Soziologie unterstützt sie die hier vorfindlichen Positionen, auch wenn dies nicht immer in jedem Detail gelten mag.

Reporting on Opinion Polls in the Mass Media: Statement by the 2025-2027 Committee of the European Survey Research Association. (2026). Survey Research Methods 20(2), 247-252. https://doi.org/10.18148/srm/2026.v20i2.8974

Die European Survey Research Association (ESRA) bringt in dieser Erklärung ihre Besorgnis über die sinkende methodische Qualität von Meinungsumfragen und die damit verbundenen Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs und demokratische Prozesse zum Ausdruck. Jüngste technologische Fortschritte haben die Verbreitung von nicht-probabilistischen Online-Umfragen begünstigt, was zu einer verstärkten Berichterstattung über Meinungsumfragen in den Medien geführt hat, ohne dass deren methodische Stringenz angemessen hinterfragt wird. Die ESRA weist auf die unsachgemäße Verwendung von Begriffen wie „repräsentativ“ hin, mit denen Umfragen von minderer Qualität versehen werden, die häufig die Realität der öffentlichen Meinung verzerren. Die Stellungnahme richtet sich in erster Linie an Journalisten, die durch die Berichterstattung über Umfrageergebnisse eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Meinung spielen. Die ESRA gibt praktische Empfehlungen zur Beurteilung der Qualität von Meinungsumfragen und betont die Bedeutung von wahrscheinlichkeitsbasierten Stichprobenverfahren, Transparenz bei den Datenerhebungsmethoden, der Motivation hinter den Umfragen sowie eine sorgfältige Gestaltung der Fragebögen.


Gunnar Otte, Tim Sawert, Josef Brüderl, Stefanie Kley, Clemens Kroneberg, Ingo Rohlfing: Gütekriterien in der Soziologie. Eine analytisch-empirische PerspektiveZeitschrift für Soziologie 52(1), 2023, 26-49.

Der Artikel entwickelt einen Katalog von elf wissenschaftlichen Gütekriterien für soziologische Forschungsarbeiten aus einer analytisch-empirischen Perspektive. Der Kriterienkatalog umfasst Qualitätsanforderungen an die Theorieentwicklung und die empirische Sozialforschung. Unterschieden werden zwei Basiskriterien, die den gesamten Forschungsprozess betreffen, neun Kernkriterien, die an einzelnen Etappen dieses Prozesses ansetzen, und eine Reihe von Unterkriterien, die der Spezifikation der Kernkriterien dienen. Die Entwicklung der Kriterien erfolgt entlang eines stilisierten Forschungsprozesses, wie er in der quantitativen Sozialforschung üblich ist. Gleichwohl wird der Versuch unternommen, die Kriterien so zu formulieren, dass diese für die qualitative Sozialforschung anschlussfähig sind. Der Beitrag stellt einen Referenzrahmen zur Verfügung, der die Erarbeitung hochwertiger Forschung anleitet und die Beurteilung von Forschungsleistungen kriteriengeleitet unterstützt.