Externe Ressourcen

Hier finden sich Positionspapiere und Materialien, die nicht von der Akademie für Soziologie stammen. Als Fachvereinigung der analytisch-empirischen Soziologie unterstützt sie die hier vorfindlichen Positionen, auch wenn dies nicht immer in jedem Detail gelten mag.

Ozan Aksoy, Gianluca Manzo, Gunn Elisabeth Birkelund, Werner Raub: Standards in Sociology: A Position Statement at the 25th Anniversary of the European Academy of Sociology, Rationality and Society 38(2), 2026, 267-280. https://doi.org/10.1177/10434631261444988

In this note we outline a vision on standards for sociology. The occasion is given us by the 25th anniversary of the European Academy of Sociology (EAS), an institution that aims to promote those standards. We first revisit the founding aims of EAS and evaluate the extent to which they have been realized. We then consider the challenges and opportunities currently facing sociology and the social sciences more broadly and propose three key principles to advance disciplinary standards in sociology. These key principles concern the integration of theory and empirics, open science practices, and engagement with wider societal debates. We conclude by calling for unity in basic disciplinary standards agreed upon by the sociological community, alongside diversity in research questions and methods to foster creative sociological explanations and descriptions.

Reporting on Opinion Polls in the Mass Media: Statement by the 2025-2027 Committee of the European Survey Research Association. (2026). Survey Research Methods 20(2), 247-252. https://doi.org/10.18148/srm/2026.v20i2.8974

Die European Survey Research Association (ESRA) bringt in dieser Erklärung ihre Besorgnis über die sinkende methodische Qualität von Meinungsumfragen und die damit verbundenen Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs und demokratische Prozesse zum Ausdruck. Jüngste technologische Fortschritte haben die Verbreitung von nicht-probabilistischen Online-Umfragen begünstigt, was zu einer verstärkten Berichterstattung über Meinungsumfragen in den Medien geführt hat, ohne dass deren methodische Stringenz angemessen hinterfragt wird. Die ESRA weist auf die unsachgemäße Verwendung von Begriffen wie „repräsentativ“ hin, mit denen Umfragen von minderer Qualität versehen werden, die häufig die Realität der öffentlichen Meinung verzerren. Die Stellungnahme richtet sich in erster Linie an Journalisten, die durch die Berichterstattung über Umfrageergebnisse eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Meinung spielen. Die ESRA gibt praktische Empfehlungen zur Beurteilung der Qualität von Meinungsumfragen und betont die Bedeutung von wahrscheinlichkeitsbasierten Stichprobenverfahren, Transparenz bei den Datenerhebungsmethoden, der Motivation hinter den Umfragen sowie eine sorgfältige Gestaltung der Fragebögen.


Gunnar Otte, Tim Sawert, Josef Brüderl, Stefanie Kley, Clemens Kroneberg, Ingo Rohlfing: Gütekriterien in der Soziologie. Eine analytisch-empirische Perspektive, Zeitschrift für Soziologie 52(1), 2023, 26-49.

Der Artikel entwickelt einen Katalog von elf wissenschaftlichen Gütekriterien für soziologische Forschungsarbeiten aus einer analytisch-empirischen Perspektive. Der Kriterienkatalog umfasst Qualitätsanforderungen an die Theorieentwicklung und die empirische Sozialforschung. Unterschieden werden zwei Basiskriterien, die den gesamten Forschungsprozess betreffen, neun Kernkriterien, die an einzelnen Etappen dieses Prozesses ansetzen, und eine Reihe von Unterkriterien, die der Spezifikation der Kernkriterien dienen. Die Entwicklung der Kriterien erfolgt entlang eines stilisierten Forschungsprozesses, wie er in der quantitativen Sozialforschung üblich ist. Gleichwohl wird der Versuch unternommen, die Kriterien so zu formulieren, dass diese für die qualitative Sozialforschung anschlussfähig sind. Der Beitrag stellt einen Referenzrahmen zur Verfügung, der die Erarbeitung hochwertiger Forschung anleitet und die Beurteilung von Forschungsleistungen kriteriengeleitet unterstützt.